In meinem Artikel Wie teuer das Schreiben als Hobby ist, habe ich dir gezeigt, wie kostspielig eine Buchveröffentlichung ist. Da möchte man denken, dass bei einem Buchpreis von 12 € doch wenigstens etwas für den Autor übrig bleibt. Falsch: Denn jeder will an den Büchern mitverdienen, sodass je nach Seitenzahl gerade einmal knapp ein Euro pro verkauftes Printexemplar übrig bleibt.
Dieser Euro hängt ein wenig davon ab, wie der Autor sein Buch veröffentlicht und wo du die Bücher kaufen wirst. Händler ist nicht gleich Händler. Und Verlag nicht gleich Verlag.

Wenn du deinen Lieblingsautor unterstützen willst, hilft dir dieser Artikel weiter, zu verstehen, wer an einem verkauftem Buch mit verdient und welchen Vorteil welcher Shop für den Autor hat.

Bücher kaufen im Handel oder die Bestellung im Buchhandel

Ich liebe es in eine Buchhandlung zu gehen, durch die Reihen zu stöbern und bergeweise Bücher mit nach Hause zu schleppen. Da die Buchhandlung oft keine Selfpublishing Titel führt, bestelle ich die Bücher vorab online und lasse sie mir in die Buchhandlung liefern. Die Bücher sind bereits am nächsten Tag da, fast so schnell wie Medikamente in der Apotheke. Dieser Service kostet natürlich Geld. Nicht dich, als Leser, sondern den Autor. Damit er die Bücher nicht selbst innerhalb von tagesschnelle liefern muss, muss ein sogenanntes Barsortiment eingebunden werden. Und auch die Buchhandlung will ihren Teil des Kuchens abhaben.
Normalerweise beliefern Autoren ein Barsortiment nicht selbst. Wer selbst druckt, arbeitet mit einem sogenannten Distributor zusammen, der die Bücher an die Shops verteilt. Die verschiedenen On Demand Anbieter übernehmen diese Verteilung selbst.

Wirklich viel übrig bleibt bei einer Bestellung über den Buchhandel also nicht. Warum es sich trotzdem lohnt in der Buchhandlung zu bestellen, ist der Faktor Werbung. Je mehr Leser Bücher dieses Autors in der Buchhandlung abholen, desto neugieriger werden die Händler und denken sich, dass dieses Buch vielleicht auch für andere Leser interessant sein könnte. Außerdem unterstützt du mit deinem Einkauf vor Ort den regionalen Handel und sicherst Arbeitsplätze. Buchhandlungen fördern außerdem das Lesebewusstsein unserer Bevölkerung, das natürlich wichtig ist, für den Beruf des Autors. Viele Buchhandlungen werden noch als Familienbetrieb geführt, wie zum Beispiel der Reuffel in Koblenz. Klingt besser, als einem großen Konzern das Geld in den Rachen zu schmeißen, oder?

Das Buch online über amazon, Thalia oder Bücher.de bestellen

Der zweite logische Gedanke ist ganz einfach den Befehl auszuführen “Alexa, bestell das neuste Buch von …”. Okay, Spaß beiseite. Das Buch auf Amazon bestellen, ist laut Statistik die häufigste Methode, wie ein Buch in das heimische Regal einzieht. Ist schließlich ziemlich bequem für dich und dafür war Amazon früher auch mal gedacht.
Ich selbst bestelle so gut wie nie auf Amazon. Zum einem, weil ich ungern riesige Konzerne mit dem Drang zur Monopolstellung unterstütze, ich die Arbeitsbedingungen der Werksmitarbeiter nicht gut heißen kann und auch wieder Amazon einen großen Stück des Kuchens abhaben will.
Hat der Autor sein Buch allerdings über Amazon KDP veröffentlicht, bleibt an dieser Stelle mehr für ihn übrig.

Ein weiterer Vorteil ist, das Thema Ranking. Fast 50 % des Buchmarktes läuft über Amazon, weshalb dieses Ranking enorm wichtig ist für Autoren. In einem der höheren Rankings wird es schneller bei Amazon gefunden und damit auch besser verkauft.

Das Buch über den Verlag / Anbieter kaufen

Wer Bücher direkt über den Verlag bestellt (z.B. Drachenmondverlag) oder beim jeweiligen on Demand Anbieter (z.B. BoD), tut dem Autor einen finanziellen Gefallen: Denn an dieser Stelle verdient der Autor mehr. Bei BoD sind das zwar nur wenige Cents, aber beim Verkauf zum Beispiel über den Verlag, bleibt eine höhere Marge für alle Beteiligten übrig. Nachteil ist allerdings, dass du hiermit keinen Verkaufsrang förderst.

Das Buch direkt über den Autor erwerben

Viele Autoren bieten diesen zusätzlichen Service an, da hierbei Ihre Gewinnspanne am größten ist, denn sie haben die Möglichkeit, günstigere Autorenexemplare zu erwerben und diese dank Buchpreisbindung zum selben Preis wie alle anderen, weiterzuverkaufen. Mit einem höheren Anteil für sich selbst. Besonders lohnen tut sich das für Autoren, die selbst drucken, wie Andreas Hagemann oder Anika Ackermann. Auch der Verkauf auf Messen ist für diese Autoren besonders wichtig, weshalb der Ausfall der Leipziger Buchmesse sie besonders hart trifft.

Verdient der Autor auch etwas bei einer Onleihe?

Wer Bücher bei kindle unlimited liest, braucht sich gar nicht mal so schlecht zu fühlen. Denn auch hier verdient der Autor. Nur wenige Cents pro gelesene Seite, aber besser als nichts. Nachdem Streamingdienste sowohl in der Musik, als auch in der Filmbranche ihren Durchbruch hatten, ist es eine Frage der Zeit, bis auch die Leseleihen bekannter werden.
Wenn du dir ein Buch aus der Bibliothek ausleihst, sieht der Autor Geld, wenn er bei der VG Wort gemeldet ist. Es ist nicht viel und leider wird aktuell auch darüber diskutiert, Selfpublisher von diesen Zahlungen auszuschließen, aber besser als nichts. Bibliotheken sind trotzdem enorm wichtig. Denn so haben auch Bürger mit geringem Einkommen (zum Beispiel Schüler), die Möglichkeit zu lesen und ihre Lieblingsautoren zu finden. Ich selbst habe früher fast ausschließlich Bücher aus der Bibliothek gelesen. Bei meinem Lesekonsum wäre das während der Schulzeit nicht anders zu finanzieren gewesen. Inzwischen kaufe ich die Bücher lieber selbst und fülle mein Regal damit.

Und was ist mit dem Kauf von gebrauchten Büchern?

Wer ein Schnäppchen auf rebuy oder arvelle macht, fühlt sich ungemein glücklich. Nicht umsonst gibt es unzählige Unboxing Videos über das Kaufglück der Leser. Ein Buch gebraucht zu kaufen, bringt dem Autor allerdings nichts: Denn damit entgeht ihm ein zahlender Käufer.
Aus umwelttechnischen Aspekten ist der Kauf von gebrauchten Dingen allerdings dem von Neuen vorzuziehen. In amerikanischen Buchhandlungen ist es zum Beispiel üblich, dass dort zwischen den neuen Büchern, auch gebrauchte zu finden sind. Das, was bei uns in Deutschland nur mithilfe diverser Onlinedienste möglich ist, gibt es in Amerika im normalen Buchhandel.

Welche Möglichkeit ist nun die beste?

Das ist abschließend gar nicht so einfach zu sagen. Jeder Händler hat seine Vor- und Nachteile. Wichtig ist, dass das Buch gekauft wird und nicht illegal runtergeladen. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie du auch kostengünstig an Lesestoff kommen kannst, dass es für mich nicht nachvollziehbar ist, warum überhaupt raubkopiert wird. Raubkopien sind ein äußerst respektloses Verhalten der Autoren und ihrer Arbeit gegenüber.

Egal auf welchem Wege du das Buch eines Autors erwirbst: Jeder Kauf zählt. Und wenn du das Buch nur in der Bücherei ausleihst oder gebraucht kaufst, kannst du dem Autor noch immer eine Rezension schreiben, um ihn zu unterstützen. Denn auch Rezensionen sind wichtig für uns Schreiberlinge.

Und wo soll ich deine Bücher kaufen?

Das ist mir quasi egal. Da ich am meisten verdiene, wenn du sie direkt über meinen Onlineshop bestellst, freue ich mich natürlich darüber. Dein Vorteil ist, dass du das Buch persönlich signiert erhältst und du außerdem ein paar Goodies beigelegt bekommst. Wenn du das Buch allerdings über Amazon oder den Buchhandel bestellst, ist das gut für mich, um gesehen zu werden und mehr Leser zu erreichen. Wenn du das Buch gebraucht erwirbst oder irgendwo ausleihst, habe ich in erster Linie keinen Nutzen davon. Ich freue mich natürlich, wenn ich dir mit meiner Geschichte ein besonderes Lesevergnügen bescheren konnte und bin dir dankbar, wenn du deine Begeisterung mit anderen teilst. Schreibe Rezensionen, empfehle Bücher, die dir gefallen haben, weiter oder poste sogar Bilder von ihnen.

Mein Buch Nach oben führt auch ein Weg hinab wird übrigens Ende März vorbestellbar sein. Damit du den Start nicht verpasst, trage dich doch in meinen Newsletter ein.

Wo kaufst du deine Bücher am liebsten und warum?